
Liebe Esenser*innen!
Am 13. September wird der neue Stadtrat gewählt. Für uns hat die Erhaltung der Vielfalt und Attraktivität der Stadt oberste
Priorität. Wir sind davon überzeugt, dass dies nur durch eine zukunftsorientierte Politik erreicht werden kann, die die
Interessen der Bürgerinnen und Bürger ernst nimmt und gleichzeitig das Gemeinwohl im Blick behält. Daher setzen wir uns
für eine soziale, umweltfreundliche, lebendige und moderne Stadt ein. Esens muss ein attraktiver Ort zum Wohnen, Arbeiten
und Erholen bleiben. Unser Ziel ist, dass die Menschen gerne hier leben und darauf vertrauen können, dass ihre Stadt auch
für ihre Kinder und Enkel lebenswert bleibt.
Es liegt in unserer Verantwortung, Esens für die Zukunft zu stärken. Darum ist eine vorausschauende, nachhaltige
Stadtentwicklung unsere zentrale Zielsetzung. Besonders dort, wo die Stadt für die Planung verantwortlich ist, möchten wir
sicherstellen, dass natürliche Ressourcen und die biologische Vielfalt geschützt und gefördert werden. Dafür engagieren wir
uns aktiv im Stadtrat.
Um eine nachhaltige und lebendige Stadt zu verwirklichen, sind in verschiedenen
Bereichen Maßnahmen notwendig. Wir haben die Leitlinien dafür sowie geeignete
Umsetzungsmaßnahmen in diesem Wahlprogramm beschrieben.
Uns ist wichtig, die Aufenthaltsqualität zu verbessern, Grünflächen zu erhalten, die Biodiversität zu schützen,
energieeffizientes Bauen zu betreiben, CO2-arme Mobilität zu gewährleisten, eine flächensparende Planung vorzunehmen und
erschwinglichen Wohnraum zu schaffen.
Lebendiges StadtzentrumDie Innenstädte stehen seit Jahren vor einem tiefgreifenden Wandel. Die jahrzehntelange Leitfunktion die der Handel hatte, die er aber aufgrund sich ändernden Kaufverhaltens immer weniger ausfüllen kann, führen dazu, dass reine Verkaufsflächen an Grenzen stoßen. Deshalb gehen die Fachleute unisono davon aus, dass alle Versuche, das (noch) Bestehende lediglich zu konservieren, scheitern werden. Es ist daher eine Veränderungsstrategie erforderlich. Ein Patentrezept gibt es nicht. Wichtig ist jedoch die Steigerung der Erlebnis- und Aufenthaltsqualität, da sie die Voraussetzung für die Attraktivität und die hohe Nutzungsfrequenz ist.
Wir setzen uns für eine lebendige Innenstadt ein, in der man sich gerne trifft, verweilt und einkaufen geht.
Grundlage für alle Maßnahmen und Veränderungen kann nur ein auf Esens bezogenes Konzept zur Weiterentwicklung der
Innenstadt sein. Damit das für ein solches Projekt notwendige, gemeinsame Handeln aller Akteure auf den Weg gebracht
wird, müssen alle Beteiligten unter der Federführung der Stadt (Kooperation zwischen Stadtmanager, Planungs- und Bauamt)
an einen Tisch. Sinnvoll wäre es auch, die Jade Hochschule mit dem Studiengang Architektur für eine Zusammenarbeit zu
gewinnen.
➢ ein Zukunftsdialog mit allen Akteuren (Bürger*innen, Anwohner, Handel, Gastronomie,
Kultur- und Kreativwirtschaft, Sport- und Freizeitbereich, Dienstleister) angeschoben wird.
➢ ein Arbeitskreis „Zukunft der Innenstadt 2035“ gegründet und betreut wird.
➢ die Innenstadt als Erlebnisraum weiterentwickelt und attraktiv gestaltet wird.
➢ durch die Schaffung von „Innerstädtischem“ Wohnraum.
➢ durch Ansiedlung alternativer Geschäfte.
➢ durch die Erhöhung der Aufenthaltsqualität, indem mehr Grünflächen geschaffen werden
und der Autoverkehr im Stadtzentrum verringert wird.
➢ attraktive Erlebnisräume für Kinder und Jugendliche geschaffen werden.
➢ Esens sich auf den Weg zur Fairtrade Town macht.
➢ nach dem Abriss des Holariums und der Neugestaltung des Kirchplatzes zeitnah auch die
Sanierung der Arkaden und der Tiefgarage erfolgt.
➢ die Molkereistraße im Bereich des ZOBs nach dessen Verlegung als Eingangsportal der Stadt neugestaltet wird.
➢ der Schutz und Erhalt von Bäumen durch eine Baumschutzsatzung und Baumpatenschaften langfristig gesichert wird.
➢ Stadtgrün entsteht, wo immer es geht – das ist sichtbarer und spürbarer Klima- und Insektenschutz!
➢ regelmäßige Neuanpflanzungen durch im Haushalt festgelegte Summen zur Verbesserung
des Erscheinungsbildes unserer Stadt erfolgen.
➢ wo möglich, Fassaden- und Dachbegrünung erfolgt.
➢ für Fußgänger*innen barrierefreie und sichere Strukturen geschaffen werden.
![]()
Bürgerbeteiligung / Bürgerinformation➢ auf der Internetseite der Stadt unter der Rubrik \Politik\ die Bereiche
➢ Bürgerhaushalt Stadt und
➢ Bürgerbeteiligung Stadt eingerichtet werden.
➢ die Bürger*innen bei der Aufstellung des Haushalts stärker beteiligt (Bürgerhaushalt) werden.
Dafür muss der Haushalt aber so aufbereitet werden, dass er für „Laien“ verständlich ist.
➢ sobald die Voraussetzungen vorliegen, Videoaufnahmen der Sitzungen des Rates und der Ausschüsse erfolgen,
damit Bürger*innen auch ohne Präsenz die Sitzungen verfolgen können.
➢ den Bürger*innen eine digitale Beteiligung an den Einwohnerfragestunden ermöglicht wird.
➢ das seit 2016 geforderte Controlling System auch für die Bürger*innen endlich zeitnah umgesetzt wird
(Beschlüsse des Rates müssen in ihrer Umsetzung im Bürgerinformationssystem nachzuvollziehen sein).
BensersielDer Rat hat nach ausführlicher Diskussion und unter Einbeziehung der Bevölkerung entschieden, wie und wo der Deich erhöht werden soll:
Der bestehende Deich wird erhöht.
Die notwendigen Planungen werden derzeit vom NLWKN in Absprache mit der Stadt erstellt. Dieses Projekt wird das Leben in
Bensersiel in den kommenden Jahren maßgeblich prägen, da die Anpassungen an beiden Seiten des erhöhten Deichs beachtlich sein werden. Finanziert werden die Anpassungsarbeiten durch die Stadt, teilweise abgefedert durch Zuschüsse. Dieses Projekt wird die Entwicklung von Bensersiel positiv beeinflussen und neue Perspektiven schaffen.
➢ die Ortsdurchfahrt umgestaltet wird und im Sommer autofrei bleibt. Ganz nach dem alten Motto des Kurvereins:
„Bensersiel die Insel auf dem Festland“.
Das Projekt wird in mehrere Abschnitte unterteilt. Die erforderlichen Planungen für den ersten Teil sind fertig, der
Zuschussantrag gestellt.
➢ die Anpassungsarbeiten seeseitig so schnell wie möglich geplant und umgesetzt werden.
➢ die Sanierung weiterer innerörtlichen Straßen in Absprache mit den Bürgern*innen erfolgt.
➢ die Ortsentwicklung auf der städtischen Fläche im östlichen Teil von Bensersiel unter Beteiligung der
Bürger*innen in den nächsten Jahren weiter vorangebracht wird.
➢ ein neues Leitbild mit Maßnahmen für die Entwicklung eines nachhaltigen und sanften Tourismus,
unter Beteiligung der Bürger*innen, auf den Weg gebracht wird.
![]()

Klimaschutz und Energiewende gehen Hand in Hand – und der globalen
Klimakrise muss auch auf lokaler Ebene effektiv begegnet werden.
Strom brauchen wir alle! Unsere Dächer können direkt Energie erzeugen
– mithilfe der Sonne. Die lokalen Handwerksbetriebe vor Ort sind
kompetente Partner auf diesem Gebiet: Von der Planung bis zur Ein-
speisung bekommen Kund*innen Ökostrom vom eigenen Dach.
Klar ist, dass energieeffizientes, klimaschonendes und ganzheitlich
nachhaltiges Wohnen kein Luxus für eine privilegierte, wohlhabende
Minderheit sein darf. Deshalb gehört die Frage nach bezahlbarem,
hochwertigem Bauen und Wohnen zu den zentralen Aspekten des
Klimaschutzes im Gebäudesektor.
➢ in unserer Stadt das nachhaltige, klimaneutrale, klimapositive Bauen in den kommenden Jahren eine deutlich stärkere
Rolle einnimmt.
➢ die Stadt beim Klimaschutz mit gutem Beispiel vorangeht.
➢ neue Bebauungspläne Vorgaben für nachhaltiges, klimaneutrales, klimapositives Bauen enthalten.
➢ Solaranlagen auf allen geeigneten Dächern von städtischen Gebäuden installiert werden.
➢ zukünftige Gewerbeflächen flächensparend, klimaneutral bzw. klimapositiv konzipiert werden.
➢ die kommunale Wärmeplanung umgesetzt wird.
Wir müssen uns in Esens auch um den Bau von bezahlbarem Wohnraum für Bürger*innen mit geringerem Einkommen
kümmern. Ziel muss es sein, dass angemessener Wohnraum für Alleinstehende und Familien zur Verfügung steht.
➢ bei der Schaffung von mehr Wohnraum der Fokus grundsätzlich auf den Bau von Mehrfamilienhäusern (mehrgeschossig),
die sich natürlich städtebaulich in die nähere Umgebung einfügen müssen, gerichtet wird. Hierdurch kann deutlich mehr
Wohnraum durch weniger Flächeninanspruchnahme geschaffen werden. Berücksichtigt werden sollte auch die Mangel-
situation an bezahlbaren kleinen und familiengerechten Wohnungen.
➢ wieder geförderter Wohnraum für Menschen mit niedrigem Einkommen geschaffen wird.
➢ auch an private Bauträger preisreduzierte Flächen im Rahmen von „Konzeptvergaben“, d. h. Vergaben mit Auflagen zur
Erfüllung von städtebaulichen oder sozialen Kriterien vergeben oder bereitgestellt werden.
➢ ältere Menschen in Zukunft verstärkt im normalen Wohnungsbestand wohnen. Innerstädtischer Wohnraum sollte so
geplant werden, dass für die jeweils unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen – z. B. Familien mit Kindern und
Senior*innen – attraktiver Wohn- und Lebensraum entsteht, der das generationenübergreifende Miteinander
ermöglicht und fördert.
![]()
Wir GRÜNEN setzen uns dafür ein, dass … ➢ für Maßnahmen aus dem Radkonzept der Stadt eine Prioritätenliste aufgestellt
und schnellstmöglich umgesetzt wird.
➢ die Fahrradinfrastruktur weiter verbessert wird.
➢ mehr Fahrradabstellplätze und Abstellflächen für Lastenfahrräder, wo möglich
überdacht, abschließbar und mit Fahrradboxen, geschaffen werden.
➢ eine Neuordnung der Parkplätze mit dem Ziel, Parkplätze für die
Bewohner*innen der Innenstadt zu gewinnen, auf den Weg gebracht wird.
➢ die vorhandenen Planungen zur Anpassung des Bahnhofes und des ZOBs an
den neuen Taktverkehr zeitnah (bis 2028) umgesetzt werden.
➢ ein Shuttle Bus mit günstigen Tarifen zwischen Esens ZOB und Bensersiel
Anleger/Oll Deep zur Verdichtung des Linienverkehrs eingeführt wird.
➢ Werbung für die umweltfreundlichen Mobilitätsformen verstärkt wird.
➢ zur Optimierung des SPNV auf der Strecke Esens – Sande/Wilhelmshaven
die baulichen Defizite (Langsamfahrstellen zwischen Wittmund und Jever)
endlich beseitigt werden und die Wiederherstellung des Begegnungsgleises
in Wittmund und die dadurch mögliche Wiedereröffnung der Haltestellen
in Stedesdorf erfolgt.
Barrierefreiheit ist im Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (BGG) gesetzlich geregelt. Mit ihm wurde dem Benachteiligungsverbot (“Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ - Artikel 3, Absatz 3, Satz 2 GG) für Menschen mit Behinderungen Geltung verschafft. Dies muss auch in Esens umgesetzt werden. Daher ist es notwendig, den
öffentlichen Raum entsprechend den DIN-Normen so zu gestalten, dass Senior*innen und Menschen mit Beeinträchtigungen sich im öffentlichen Leben leichter bewegen können. Wir müssen das Teilhabegesetz stärker beachten.
Alle öffentlichen Orte müssen für alle Menschen gefahrlos und ohne Barrieren erreichbar sein. Alle Gehwege müssen für alle
ausreichend breit sein.
➢ der öffentliche Raum konsequent beplant und sukzessiv barrierefrei umgebaut wird. Dazu gehören z. B. die Absenkungen der
Bordsteine genauso, wie rollstuhlgerechte Türen und Aufzüge in öffentlichen Gebäuden.
➢ mehr öffentliche Toiletten mit Wickelräumen und behindertengerecht ausgestattet und gebaut werden.
➢ die bestehenden Ampelanlagen an die Bedürfnisse von Gehbehinderten, Sehbehinderten und Blinden angepasst werden mit
taktilen Elementen im Boden oder an den Bordsteinkanten, sowie akustischen und vibrierenden Signalen und verlängerten
Grünphasen für alle Bürger*innen.
➢ es Leitsysteme für Sehbehinderte, Blinde und Hörgeschädigte (analog und digital) gibt.
➢ der Flack zwischen den Altenheimen zu einem verkehrsberuhigten Bereich umgestaltet wird.
➢ die Rutsch-, Sturz- und Verletzungsgefahren auf unseren Wegen, Treppen und Geländern behoben werden.
➢ die Poller so gekennzeichnet werden, dass Sehbehinderte und Blinde sie erkennen können.
➢ so schnell wie möglich ein Nachtlichtkonzept entwickelt wird. Es soll evaluiert werden, wo nachts Laternen fehlen oder
ausgeschaltet sein können, ohne Angsträume entstehen zu lassen. Dafür können wir uns Lösungen über Bewegungsmelder
oder Bewegung nutzende Lichtanlagen vorstellen. Ziel muss es sein, Lichtverschmutzung zu vermeiden und damit sowohl
Energie zu sparen als auch die Tierwelt zu schützen.
➢ die Standorte der Informationstafeln „Esens Historisch“ so verändert werden, dass sich alle Menschen informieren können,
dabei ist auch der Zugang mit Rollator/Rollstuhl sicherzustellen.
➢ alle Tafeln mit einem Barcode versehen werden.
➢ wichtige Informationen, Flyer, Website und Broschüren für Bürger*innen und Gäste auch in einfacher Sprache gestaltet
werden.
➢ ein barrierefreier Zugang zu allen städtischen Onlinediensten gewährle istet wird.

Die Mieten bei Neuvermietungen steigen gerade in Ballungszentren trotz der existierenden Mietpreisbremse immer stärker an. Hohe Mieten werden [...]
Die Bundesregierung war auf Kabinettsklausur. Auf der Tagesordnung stand die Frage: Wie kommt die deutsche Wirtschaft wieder auf Kurs? Zu [...]
Du interessierst dich für Demokratie und eine vielfältige Gesellschaft? Du möchtest neue Perspektiven kennenlernen, dich austauschen und [...]