Beschlussfassung zu GVEJ 30.9.24 ( Kreistag, Beitrag UM)
In der heutigen Zeit, ist es wichtig, deutlich zu machen, dass Veränderungen Zeit, den Willen zum Kompromiss und freundliche Hartnäckigkeit brauchen
Deshalb kurzer Abriss zur heutigen wichtigen Entscheidung:im Kreistag :
2017 Antrag von rot-grün-plus : Bessere Organisationsstruktur des Verkehrsverbundes : entweder Gründung eines eigenen Zweckverband oder Beitritt zum gut funktionierenden ZVBN
Antrag wurde im Kreistag einstimmig beschlossen, weil allen klar war, dass sich etwas verändern muss
( Im Kreistag Friesland wurde der Antrag ebenfalls eingebracht und beschlossen)
Dieser Antrag ( v.a. die Ankündigung ggf. auch zu gehen) rüttelte alle Aufgabenträger ( von Emden bis WHV und die Geschäftsstelle des VEJ) ordentlich auf und brachte eine sehr gute Dynamik in Gang:
2018 beschloss die VEJ Gesellschafterversammlung ein Gutachten zur Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit einer Strukturveränderung und alternativ des Übergangs zum ZVBN
2020 wurde das Gutachten vorgestellt .
Dann folgten 4 Jahre Gespräche, Irrungen, Wirrungen Sackgassen und Lösungen um allen Aufgabenträgern im VEJ ( von Stadt WHV bis Stadt Emden und LK Emsland gerecht zu werden)
In diesen 4 Jahren hat sich aber auch schon viel getan: Landkreisübergreifende Nahverkehrsplanung, Echtzeitanzeigen, getaktete Linienbusse, ( die in LK Aurich und LK Wittmund dann auch in Gemeinwirtschaftlichkeit in absehbarer zeit live gehen und auch außerhalb der Schulzeiten in vernünftigem Takt fahren) .
Ein schöner Einblick bietet die Fahrplaner-App und jetzt ganz neu das interaktive Liniennetz: www.vej-mobil.de Oder auch www.wittmund-mobil.de
Wir haben gut gearbeitet und sind gut in den Startlöchern für einen modernen ÖPNV , damit das Deutschlandticket auch Sinn macht
2024 liegt nun die Beschlussfassung zum Übergang von einem rein beratenden Verbund zu einem modernen Mobilitätsverbund vor. Die anderen Aufgabenträger haben schon beschlossen, jetzt geht das Ding live.
Wir empfehlen Beschlussfassung
( einstimmig im Kreistag)
Redebeitrag Klimaanpassung 30.6. 22
Großartig, dass unsere beiden Klimaschutzverantwortlichen so wachsam sind, nicht nur aktiv die Agenda unseres Klimaschutzkonzeptes von 2012 abarbeiten , sondern sich auch um die jetzt schon den spürbaren Folgen der Klimaerwärmung widmen wollen.
Klar ist auch, dass die bisherigen personellen Kapazitäten nicht ausreichen und dass das Förderprogramm "Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ uns ermöglicht mit relativ begrenzten eigenen finanziellen Mitteln für die Klimaanpassung eine Stelle zu schaffen und ein Konzept auf den Weg zu bringen.
Es wird dringend nötig und die Maßnahmen müssten eigentlich schon längst angeschoben sein.
Was bedeutet eigentlich Klimaanpassung für uns auf dem Land und an der Küste?
Der Küstenschutz ist seit 1979 Landessache, da werden wir nur- wenn wir Glück haben - gehört?
Aber das Wassermanagement an Land ist unsere Aufgabe: Die Entwässerung der Wohnorte und der landwirtschaftlichen Flächen bei Starkregen fallen da natürlich sofort ein. Aber es braucht auch ein Konzept der Wasservorhaltung für die Stabilsierung des Wasserstands bei Dürre. Wir müssen unsere Trinkwasserversorgung schützen, sei es unsere Brunnen am Festland oder die Süßwasserlinsen der Inseln. Und das nicht nur für uns, da der unsere Trinkwasservorräte auch benachbarte Regionen – mindestens im Notfall mit versorgen.
Es wird um das Flächenmanagement gehen. Die Politiker*innen aus den Gemeinden und Städten kennen den Spagat: Auch bei Hitze noch lebenswertes Wohnumfeld zu haben und gleichzeitig die nötige Verdichtung in den Wohnorten zu vorzunehmen, um den Flächenverbrauch zu stoppen.
Wie müssen die Grünflächen der Wohnorte beschaffen sein, wenn es immer mehr Hitzetage gibt? Eines ist klar, die leider noch immer beliebten, wenn auch rechtswidrigen und lebensfeindlichen Schottergärten verschärfen die Hitze. Bäume, Hecken, Sträucher reduzieren Außentemperaturen deutlich.
Wie können wir tun, um unsere natürlichen CO 2 Senken und kühlenden Landschaftsstrukturen z.B. die Moore der Ochsenweide, die kleinen und größeren Forste (Schafhauser, Schooer, Hopelser, Wittmunder Wald den Hopelser, Strooter) usw. zu erhalten?
Das passiert alles nicht von allein und ich bin froh, dass wir mit dem heutigen Beschluss uns zumindest schon mal dem Problem zuwenden.
Jetzt brauchen wir noch eine genauso fitte Person wie unsere beiden Klimamenschen, um das anzuschieben.
Ich bitte um Zustimmung.
Vielen Dank
Liebe Kreistagskolleg*innen, sehr geehrte Anwesende, danke Frau Vorsitzende für das Wortm Oktober 2022)
Auch wenn unsere Köpfe und Herze aktuell von anderen massiven Belastungen gefangen genommen sind:
Die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels sind nicht mehr zu übersehen, auch in diesem Jahr wieder. Auch in Deutschland – Rekordbrände, Dürrezeiten, Rekord Starkregenereignisse.
Mittlerweile – wenn auch 30 Jahre später als gut gewesen wäre- sind sich alle vernunftbegabten Menschen einig, die Treibhausgasemissionen einzuschränken und letztlich drastisch zu senken. Aktuell verursacht Deutschland pro Kopf 11 Tonnen CO2 /Jahr ( im Vergleich dazu Indien mit der dramatischen Hitzeperiode zu Beginn des Jahres 2T. /Jahr ). Wenn die Klimaziele von 1,5 Grad Erwärmung auch nur ansatzweise ( aktuell 1,2 Grad) eingehalten werden sollen, muss der Pro Kopf Verbrauch der Industrieländer auf höchstens 2 Tonnen sinken.
Wir haben uns mit unserem Klimaschutzkonzept auf den Weg gemacht. Die aktuell stattfindenden Energietage bieten für jede/e Einzelne prima Anhaltspunkte etwas zu ändern.
Zum Pro Kopf Verbrauch der Bevölkerung tragen wir als Landkreis mit unseren Entscheidungen ebenfalls bei. Wir können Beiträge zur Kreislaufwirtschaft, Energiewende , Verkehrswende leisten und auch mit unseren Entscheidungen Verhaltensänderungen begünstigen. Unser Beschluss zum Jugendticket ermöglicht der jungen Generation zu lernen auf das Individualauto weitgehend zu verzichten und damit real CO 2 einzusparen..
Mit der Klimawirkungsprüfung und der Aufnahme der Klimawirkung in die Beschlussvorlagen sensibilisieren wir uns und die Verwaltungsmitarbeiter*innen für die Mammutaufgabe den Klimawandel auf einem Niveau zu stoppen das auch folgenden Generationen ein menschenwürdiges Leben auf diesem Planeten ermöglicht.
Die Klimawirkung trifft natürlich nicht jede einzelne Entscheidung. Es betrifft allerdings alle Entscheidungen von Beschaffung, des Bauen und Planen, den Schutz und Erhalt von C02 Senken, alles was mit Verkehr befasst ist.
Uns als Kreistagsabgeordneten hilft der Klimacheck dann hoffentlich die klimaneutralere Alternative zu finden. Oder vielleicht sogar eine Klimafreundliche Alternative, z.B. wenn wirr mit unserer Entscheidung einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten.
Wir machen uns mit dem Beschluss heute auf den Weg und ich bin überzeugt : wir werden im Laufe der kommenden Entscheidungen immer besser werden, den Klimaschutz als das zweite Standbein von Wirtschaftlichkeitsprüfungen zu erkennen und einzuhalten.
https://buergerinfo.landkreis-wittmund.de/si0057.asp?__ksinr=397
Redebeitrag zum Antrag der AfD
Wir haben im Dezember nach intensiver und auch emotional engagierter Debatte einen Kreistagsbeschluss gefasst. Die AfD hatte mitgestimmt.
Und nun ein als Dringlichkeitsbeschluss eingebrachter Antrag auf eine neue Resolution zum gleichen Thema..
Was soll das ? Und genau dazu möchte ich etwas sagen. Was das soll.
Mit der jetzigen erneuten Resolution geht es der AfD um rein populistische und uninformierte Stimmungsmache. Es werden vorhandene Ängste mit nicht belegbaren Behauptungen verstärkt und weiter geschürt. (Wölfe überfluten die Region, eine Frage der Zeit bis das erste Kind zum Opfer wird, wenn der Landkreis wollte, könnte er einfach ein regionales Wolfsmanagement machen).
Emotionalisierte und aufgeputschte Stimmung schafft nie Kompromisse und Lösungen. Eine solche Stimmung wird genutzt, um eine scheinbare Spaltung zwischen scheinbaren Volksinteressen und bestehenden staatlichen Organen oder gewählten Gremien zu schaffen. Populisten postulieren Volksinteressen auch wenn es -wie in einer Demokratie üblich- in der Bevölkerung durchaus unterschiedliche Interessen mit unterschiedlichen Lösungsansätzen für das gleiche Problem gibt. In diesem Fall z.B. Interesse von Landwirten und Verbraucher*nnen am Weideauslauf der Nutztiere, wirtschaftliche Interessen, Tierschutz, Natur- und Artenschutz setzen unterschiedliche Schwerpunkte und das ist auch gut so. Im sachlichen Austausch und dem Respekt gegenüber den Interessen der anderen kommt man in einer Demokratie zu guten Lösungen. Und davon gehe ich auch bei diesem Problem auch in diesem Bundesland und schließlich in unserem Landkreis aus.
Als der Diplomat Stephane Hessel, biographisch ein Widerstandskämpfer und KZ Überlebender, 2010 sein Bestseller-Essay „Empört Euch“ veröffentlichte, hatte er nicht bedacht, dass das Empörungsgeschäft die populistischen Kräfte am besten beherrschen. Kräfte, die unabhängig vom Thema Empörung schüren, an jedem Thema, an dem sich eben Ängste der Bürger*innen zeigen. Scheinbar bürgernah und als Kümmerer, schüren sie Empörung und Wut, um ihre Interessen durchzusetzen:
Populisten wollen keine Kompromisse der verschiedenen Interessen, weil Sachlichkeit ihren Interessen schadet. Es wird so getan als gäbe es leichte Lösungen und die Verantwortlichen seien wahlweise zu blöde oder verblendet, um diese zu nutzen. Damit werden Spaltungen in der Bevölkerung produziert , Misstrauen in den Staat und seine offizielle Vertreter*innen geschürt.
Das Schüren von Empörung und das proklamieren einfacher Lösungen führt zu einer Normalisierung von Aggressivem Umgang statt höflichem und Miteinander bis hin zu Gewaltaufrufen.
Populisten wollen keine Kompromisse der verschiedenen Interessen, weil Sachlichkeit ihren Interessen schadet. Es wird so getan als gäbe es leichte Lösungen und die Verantwortlichen seien wahlweise zu blöde oder zu verblendet, um diese zu nutzen. Damit werden Spaltungen in der Bevölkerung produziert, Misstrauen in den Staat und seine offizielle Vertreter*innen geschürt.
Populisten ignorieren rechtskonforme Ansätze, weil sie den Rechtsstaat nicht respektieren (außer er schützt sie selber). Es wird auch in dieser Resolution zum Rechtsbruch aufgefordert.
Populistische Interessen weisen wir hier deutlich zurück und ich persönlich würde mich freuen, wenn wir uns in Zukunft in diesem Kreistag nur noch sachlich und respektvoll mit den Themen beschäftigen, die in unserem Zuständigkeitsbereich liegen. Da gibt es genug Sinnvolles zu tun. .
Verabschiedung Nahverkehrskonzept 2026 -2031
*VCD Magazin 3/25 Artikel getitelt: Wo Wind und Wellen tanzen und wo der ÖPNV zuverlässiger ist als das Wetter. Ostfriesland :-)
*Wittmund , Esenser Straße 25.11.25 ca. 10 Uhr : Eine ganze Grundschulklasse mit Lehrkräften , die in Linienbus einstiegen ( SO werden Kinder daran gewöhnt, dass es auch noch was anderes gibt als Mamas Auto :-)
In den Konsolidierungsgesprächen zum Haushalt wurde deutlich, was uns ÖPNV kosten wird. Und sofort kam die Frage auf : muss das?
Wir sehen v.a. was es uns kosten wird . Aber lohnt sich das.
Ich sage ja und eine Studie , die im Mai vorgestellt von der DB Regio gibt mir recht: ÖPNV nutzt der Volkswirtschaft ( jährliche Wertschöpfung von 75 Mrd Euro z.b Fahrzeugherstellern, Einzelhandel, Tourismussektor, Unternehmen und weitere.
ÖPNV kostete 2024 33,8 Mrd. €. Also jeder investierte Euro zahlt sich dreifach aus.
ÖPNV ist ein wichtiger Standortfaktor wie mittlerweile auch von Wirtschaftsverbänden und IHK auch in der Region betont wird. Fachkräfte im Handwerk, Verwaltung Oder Ärzt*innen. Lehrer*innen. Viele von Ihnen haben in Städten ihre Ausbildung genossen und für viele junge Leute ist mittlerweile in guter ÖPNV ein Kriterien für ein gutes Leben auf dem Land. Sie wollen spontan entscheiden, ob sie heute Auto, Bus, Bahn, Rad oder ein Mix nutzen. Je nach Wetter und Planung. Auch dazu eine Zahl vom unverdächtigen TÜV Verband.
Mobilität ist persönliche Freiheit und Lebensqualität und ÖPNV schafft hierbei soziale Gerechtigkeit. Durch unser Freies Jugendticket und das Deutschlandticket (–frisch ermäßigt für Azubis durch das Land NieSa) ist die günstige Möglichkeit für Mobilität geschaffen, aber das günstige oder für Jugendliche kostenlose Ticket taugt nur was, wenn auch das Angebot stimmt.
Und hier entscheiden wir über das Angebot: Zum Nachschauen file:///home/ulli/Downloads/NVP_LK_WTM_2026_2030-3.pdf S 65-67
Für die Hauptlinien richten wir nun einen integraler Taktfahrplan einzurichten. Im Hauptliniennetz sind integriert die Schülerbeförderung, Pendlerbeziehungen sowie Umsteigebeziehungen in den definierten Taktknoten und zum SPNV .
Was das bedeutet erleben wir aktuell schon bei dem mit Friesland und Aurich gemeinsam eingerichteten PlusBus.
Auch für die Nebenlinien verbessern wir die Häufigkeit und v.a. auch die Verfügbarkeit außerhalb der Schulzeiten. Und es gehen zum Juanuar gehen auch schon drei weitere Nebenlinien live. Eine – von Esens über Blomberg nach Aurich- haben wir schon.
Und im Nahverkehrsplan geht es dann noch weiter: Bei dem nun bald möglichen Marketing für FahrplanerApp liebevoll Äppi und den integralen Liniennetz www.vej-mobil.de
Wir können uns freuen auf eine Mobilitätsstation für den Landkreis Wittmund ( vollständig gefördert, weil neu) und digitalisierte Mobilitätsinfos für den ganzen VEJ Bereich
Verlässlichkeit , Bezahlbarkeit und auch Komfort ist entscheidend die Menschen, sich für den ÖPNV zu entscheiden , v.a. wenn sie noch ein Auto haben.
Wir gehen ab Januar 2026 live und wir wissen , dass das Angebot die Nachfrage schafft. Das merken wir jetzt schon bei den Jugendlichen Belegbar gibt es hunderttausende Fahrten mehr von Jugendlichen mit dem Jugendticket.und bei der Nutzung des PlusBus .
Redebeitrag Wolf und Weidehaltung 2
Es ändert nichts, ob die CDU Resolution heute im Kreistag verabschiedet wird, da sie der zeit und dem Prozess hinterherhinkt.
Was es für die Grünen Kreistagsmitglieder allerdings unmöglich macht, dieser Resolution zuzustimmen, ist die Haltung Herdenschutz als nicht möglich oder sinnvoll abzuqualifizieren, ohne das mit Plan und Überblick überhaupt probiert zu haben. Es werden lieber selbsternannte Experten eingeladen, die bestätigen , dass Herdenschutz mit Wällen und Gräben nicht geht. Und es wird die Verantwortung in übergeordnete Ebenen abgeschoben. Von dort soll dem Wolf der Zugang zu unsrer Region verboten werden? Was nichts anderes heißt als alle Wölfe abzuschießen, die in dieser bestimmten Region auftauchen. Und selbst dann wird es Weidetierrisse ohne Herdenschutz geben, weil von den Rudeln im restlichen Niedersachsen sich immer wieder Einzeltiere auf den Weg zu uns machen werden auf dem Weg nach einem neuen Territorium.
Wölfe die Weidetiere reißen sind keine Problemwölfe, sondern machen das Beute, die leicht zu bekommen ist.
Deshalb ist das Gebot der Stunde Herdenschutz mit wirklichen Experten also mit Wolfsberater und den Berater*innen der LWK umzusetzen.
Wenn so viele hier im Raum auf ein Symbol drängen, dann wäre das notwendige Symbol für diesen Winter ein Aufruf. Wir sollten als Kreistag dazu aufrufen, dass sich auf Gemeindeebene solidarisch Tierhalter und Freunde des Wolfes mit Experten zusammensetzen um den Herdenschutz für die jeweiligen Ländereien zu planen und umzusetzen. Es gibt Ideen der Experten , was möglich ist.
Beute bei Weidetiere machen zu wollen muss dem Wolf wehtun, ein ordentlicher Stromschlag tut da einiges. Wir schützen unsere Weidetiere und lassen dem Wolf die Nacht in anderen bereichen.
Mit dem Wolf als Wildtier zusammenleben geht so, wie das in zahlreichen europäischen Regionen schon vorgelebt wird.
An das Land richten wir als rot-grün-plus die Aufforderung die Weidetierprämie auch für Rinder wieder einzuführen, um den Mehraufwand der Landwirte zu kompensieren.
Herdenschutz wirkt: ( Quelle https://www.wolfsmonitoring.com/)
Ein wolfsabweisender Grundschutz bietet nie eine hundertprozentige Sicherheit, doch die Erfahrung zeigt, dass sich wolfsabweisende Maßnahmen als Schutz gegen Wölfe in den meisten Fällen bewähren.
Die Anzahl der getöteten Nutztiere hat sich im Zeitraum 2019 bis heute trotz stark gestiegenen Wolfzahlen gedrittelt. Im gleichen Zeitraum ist der Herdenschutz in den betroffenen Gebieten ausgebaut und qualifiziert worden.
(19/20 1078 tote Tiere bei 242 Übergriffen 22/23 356 tote Tiere bei 145 Übergriffen
Rede zum Haushalt 2024 , Hier Widerspruch zu Hendrik Schultz, CDU
Vielen Dank Frau Vorsitzende, liebe Kreistagskolleg*innen, liebe Anwesende
Ich muss hier noch einen Widerspruch machen zu den Überlegungen von H. Schulz im Haushaltsausschuss: ( gelesen im AfH vom 2.12. 23), der angesichts der 60 % der Aufwendungen für Jugend und Soziales sinnierte dass „ sich beizeiten Land und Bund überlegen müssen wie lange wir unser Sozialsystem in der Form noch leisten können.“
Die Aussage impliziert dass wir uns es nicht leisten können und dass Sozialausgaben eingeschränkt werden müssen. Wenn es nicht so gemeint war, werden sie sich sicher meinen Ausführungen anschließen.
Unsere Ausgaben für Bürgergeld, Wohnungsgeld, Förderung von Jugendlichen auf dem Weg in ihr Leben, für Geflüchtete , Unterstützung von Menschen mit Einschränkungen, sind gerade in der heutigen Zeit von Kriegen und Krisen NOTwendig.
NOTwendig, sonst können Brandstifter die Ängste und Unsicherheiten nutzen, um negative Stimmungen zu pushen und den von ihnen geplanten Systemwechsel einleiten.
Was fehlt ist die angemessene Finanzierung von Seiten des Gesetzgebers.
Also der seit Jahren sich schleppende Verstoß gegen das Konnexitätsprinzip.
Grundgesetz: §104 (2) Handeln die Länder im Auftrage des Bundes, trägt der Bund die sich daraus ergebenden Ausgaben. (...)"
Was im Grundgesetz noch klar und eindeutig verankert ist, ist im NKOmVG Art. 57 Abs. 4 verwässert: „…..Für die durch Vorschriften nach Satz 1 verursachten erheblichen und notwendigen Kosten ist unverzüglich durch Gesetz der entsprechende finanzielle Ausgleich zu regeln. Soweit sich aus einer Änderung der Vorschriften nach Satz 1 erhebliche Erhöhungen der Kosten ergeben, ist der finanzielle Ausgleich entsprechend anzupassen.“
Das ist leider interpretierbar und das haben wir ja auch schon bei der Finanzierung der Kita-Beitragsfreiheit und anderen Fragen schmerzlich erleben müssen. D-h. hier muss unsere gemeinsame und dringende Forderung an das Land sein, dass die sich ergebenden Ausgaben erstattet werden. . Punkt
Aber das war für mich verstörende an der Aussage von Hendrik Schulz . Sondern das es scheint, dass er sich wie andere aus der CDU ins Fahrwasser von Friedrich Merz und anderen begibt und Angriffe auf soziale Ausgaben fährt.
Und an dem Punkt widerspreche : Nicht die Ausgaben für Soziales und Jugend sind nicht das Problem.
Die Einnahmen sind das Problem
Während sich die Vermögen der wohlhabenderen Hälfte der Haushalte in den letzten 25 Jahren verdoppelt haben, hatte die weniger wohlhabende Hälfte keinen Vermögenszuwachs. Kein Wunder, dass die Sozialausgaben in einem Staat mit sozialem Anspruch- immer weiter steigen . Aber an diesem für viele wichtigen Ast zu sägen ist der ungerechte Ansatz.
Es wäre spätestens jetzt an der Zeit, die soziale Schere wieder zu schließen.
Lassen Sie uns doch alle gemeinsame eine Vermögenssteuer vom Bund einfordern. Und zwar nach dem Muster , das unsere Kolleg*innen von der CDU ja bestimmt kennen: Es hat so eine solche große Initiative unter Adenauer 1952 schon einmal gegeben:
„Einen weiteren großen Schub zur Angleichung der Vermögen brachte das sogenannte Lastenausgleichsgesetz in der Nachkriegszeit Anfang der 1950er Jahre. Wer erhebliches Vermögen durch die Weltkriege retten konnte, musste nun die Hälfte des Vermögenswertes (über 30 Jahre gestreckt) als sogenannte Lastenausgleichsabgabe in einen Ausgleichsfonds bezahlen. Mit dem Geld wurden diejenigen finanziell entschädigt, die ihr Vermögen im Krieg verloren hatten. Diese Abgabe machte Deutschland am Anfang der Nachkriegszeit zu einem der egalitärsten Länder.“ (Insa Wrede 2022; Deutsche Welle)
Heute analog wäre: Wer in Zeiten der ungehemmten fossilen Ausbeutung reich geworden ist, zahlt in einen Lastenausgleich, dann ist genug Geld für die Sozialen Ausgaben vorhanden.
Lassen Sie uns gemeinsam ein Gesetz zum sozialen Lastenausgleich fordern.
Der Top 6 „Echtzeitinfosystem und bargeldloses Bezahlen“ kommt ziemlich banal daher als Richtlinie.
Diese beinhaltet aber eine gigantische Veränderung unseres bislang verzettelten und undurchsichtigen Busverkehrs.
Das Projekt Echtzeitinfosystem beschäftigt den Verkehrsverbund VEJ (Aufgabenträger) mittlerweile seit mindestens 2,5 Jahren. Es bestand die Mammutaufgabe ca. 400 Busse der verschiedene Busunternehmen mit der entsprechenden Hardware auszurüsten. Stand April (letzte Vertreterversammlung VEJ) waren 250 Busse umgerüstet und Weser-Ems-Bus wollte dies mit den eigenen 133 Bussen auch noch im ersten Jahreshalbjahr schaffen.
Es bestanden fünf unterschiedliche technische Systeme, da im VEJ der Bus Verbund eben bisher jedes Busunternehmen sein eigenes Ding machte. Diese unterschiedlichen Systeme mussten geprüft und schließlich zusammengeführt werden. Die nervigen Details, die Projektleiter Bakenhus bewältigte, lasse ich jetzt mal weg. Es wurde eine Lösung gefunden.
Schließlich wurde alles an die Datendrehscheibe des VBN angebunden. Stand heute kann man mit der VBN App fast alle Busse in Echtzeit verfolgen. Das ist einfach wichtig um zu wissen, war der Bus schon da oder kommt er noch. Wie schnell muss ich mit dem Rad sein, um den Bus noch zu kriegen…
Ich kann auch über den Umweg des Verkehrsverbund VEJ gehen, der ist mir dem VBN Fahrplaner verlinkt. Nur der Weg über VEJ-Bus ist aktuell nur eine Fehlermeldung. Also wir sehen: es steht noch eine Menge Arbeit bzgl. Übersichtlichkeit aus.
Seit letztem Jahr wurde dann – auch durch den Push der Corona-Bedingungen – am Thema bargeldlosen Zahlens gearbeitet. Fahrgäste sollen noch 2021 die Möglichkeit haben, die Fahrkarte über alle üblichen Zahlungsarten zu erwerben und auch – ohne Internet – mit dem Handy.
Dazu müssen noch die gerade beschlossenen neuen Tarife (im LK Wittmund 4 statt vorher gefühlten 50) eingepflegt werden und die Hardware darauf ausgerichtet werden. Dieser Teil liegt nun zur Beschlussfassung vor. Er ist nur ein weiterer kleiner Baustein auf dem Weg zum eigentlichen Ziel: ein Nahverkehr, der verständlich, bezahlbar und einfach zu buchen ist.
Was noch fehlt sind die dynamischen Fahrgastinformationen an zentralen Haltestellen. Dazu läuft noch das Antragsverfahren für die Fördermittel. Bisher hatte dafür das Land nur die Städte im Blick, aber für uns auf dem Land ist es genauso wichtig.
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