Offener Brief des OV Langeoog bzgl. der Teilschließung des Haus der Insel

Zitat Uwe Garrels vom 15.08.2010:

„Die Gemeindeverwaltung, die Schifffahrt und die Kurverwaltung sind öffentliche Betriebe. In ihnen muss nach den Grundregeln des öffentlichen Dienstes verfahren werden, es gibt keinen Chef, der nach selbstgewählten Regeln entscheidet, sondern die NGO und die Regelungen über Eigenbetriebe sind Grundlagen allen Handelns. Die Mitarbeiter, die Abteilungsleiter, die Betriebsleiter, der Bürgermeister und der Gemeinderat sind allesamt diesen Regeln verpflichtet“.

Vor diesem Hintergrund lesen wir mit größter Verwunderung die Berichte der letzten Wochen in der Tagespresse über die veranlasste Teilschliessung des Haus der Insels durch den Landkreis Wittmund .

Wir fragen uns, hat ein Bürgermeister nicht unter anderem die Verantwortung, sorgfältig mit dem Eigentum der Kommune bzw. der Bürger umzugehen und für eine ordnungsgemäße Bauunterhaltung der  Liegenschaften zu Sorgen? Ist er der nachgekommen?

In der Ratssitzung von Dienstag dem 16.10.2018 haben wir endlich mal eine grobe Schätzung des Um – und Anbau KWC / FEB von ca. 12 – 13 Mio. gehört .

Wir fragen uns, ob es gar nicht mehr um eine kaufmännische und inselverträgliche  Lösung geht, sondern nur noch um sehr schnell, sehr viel Geld durch den Verkauf des Haus der Insel zu erzielen, um den schon begonnen Umbau des Freizeitbades bezahlen zu können .

Wurde diese Schliessung vielleicht bewusst herbei geführt, um ein Druckmittel für den so dringend benötigten Verkauf zu haben ?

Da wir Grünen erstmal immer an das Gute im Menschen glauben, gehen wir noch nicht von böswilliger Absicht oder bewusstem Handeln aus .

Dennoch ist nicht von der Hand zu weisen, wenn die Verwaltung das gleiche Engagement in Instandhaltungen und Einhaltung einfachster Brandschutzauflagen, wie in die angestrebte Verkaufsabsicht gesteckt hätte, wäre es nie zu diesem Desaster gekommen .

Auf der Ratssitzung vom 12.09.2018 hat unser Bürgermeister entschieden, dass sich aufgrund der schlechten Bausubstanz eine Sanierung in seinen Augen nicht mehr lohne und er auch keinen Cent ins Haus der Insel  investieren wird. Die private Meinung des Bürgermeisters sollte die Meinung eines Sachverständigen nicht überwiegen und erst abgewartet werden und dann auch als Richtlinie genutzt werden. Da ist Fachkompetenz gefragt und nicht die Meinung eines einfachen Handwerkers .

Die von der Verwaltung angestrebte Info Veranstaltung zum Thema Haus der Insel am 08.11/ 09.11.2018 mit anschliessender Bürgerbefragung für oder gegen den Erhalt des Haus der Insel begrüssen wir sehr. Doch auch hier beschleicht uns leider, und nicht nur uns, der Gedanke, dass dieser Termin aus der Überlegung  „da sind die meisten Insulaner eh im Urlaub“ heraus entstanden ist .

Um dieses Geschmäckle im Keim zu ersticken, wäre es aus unserer Sicht zwingend nötig, den Termin um einen Monat nach hinten in den Dezember zu verschieben um soviel Insulaner wie möglich zu dieser zukunftsweisenden Entscheidung zu erreichen. Die Verschiebung wäre ein tolles Zeichen der Verwaltung oder bei Nichtumsetzung eben auch ein riesiges Ausrufezeichen .

Wir möchten noch mal darauf aufmerksam  machen, dass ein Verkauf von Liegenschaften NIE ein nachhaltiger Schritt sein kann ,sondern er stopft die Löcher im Haushalt immer nur kurzfristig. Verkaufen kann man immer nur einmal .Was hinterlassen wir unseren Kindern ? Unsere Verschuldung steigt im Moment in unseren Augen, gefühlt täglich an und unsere einzige Lösung zur Entspannung der aktuellen Haushaltssanierung basiert auf Verkäufen.  Auch in der Vergangenheit wurden einige Liegenschaften veräußert, auch dies hat die Haushaltslage immer nur kurzfristig entspannt.

Was wird als nächstes zum Verkauf angeboten ? Kindergarten, Wiesenweg, Leises Haus und Deernshörn ? Jedes dieser Grundstücke bedeutet auch neue Betten , neuen Druck auf Kleinvermieter, Infrastruktur, Insularen Wohnraum und Lebensqualität.

Wir bekämpfen nie die Krankheit sondern lindern mit kurzfristigen Verkäufen immer nur die Symptome. Aber der Tod schwebt dennoch über uns .

Wir fordern  : Verantwortungsvolles Handeln . Inselverträglich . Sozialverträglich . Zukunftsorientiert .

 

Bündnis 90/Die Grünen

Ortsverband Langeoog

Der Vorstand

Bärbel Kraus , Vanessa Schmidt und Christel Sommer

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