GRÜNE lehnen die Errichtung des LNG-Terminals in Wilhelmshaven und den Bau von LNG-Leitungen ab.

Angesichts der Klimakatastrophe fordert der Wittmunder Kreisvorstands­sprecher Dr. Arendt Hindriksen die radikale Abkehr von fossilen Brennstoffen.

LNG, die Abkürzung für ‚liquefied natural gas’, ist durch Verdichtung und Kühlung verflüssigtes Erdgas. Dies soll nun mit Schiffen aus Amerika oder Afrika und Asien nach Deutschland gebracht werden. Die jetzt geplanten Terminals u.a. in Wilhelmshaven sollen vor allem US-amerikanisches Gas aufnehmen. Das wird vielfach durch Fracking1) gewonnen, bei dem erhebliche Klima- und Umweltschäden entstehen.

Deutschland hat sich verpflichtet, bis 2030 die klimarelevanten Emissionen um 55% zu reduzieren. Aus den USA soll aber nun gefracktes Erdgas unter hohem Energieeinsatz verflüssigt zu uns geschifft werden. Die Verflüssigung ist sehr energieaufwendig und bei gefracktem Gas entstehen erhebliche Methanverluste. Das belastet das Klima etwa 80-mal mehr als CO2. Die unterirdische Umwelt-zerstörung durch Fracking führt dabei auch zu vermehrten Erdbeben, wie zuletzt in der Provinz Groningen und auch in England.

LNG hat keine Zukunft

Während sich die Landesregierung auf der einen Seite verpflichtet hat, bis spätestens zum Jahr 2050 nahezu vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen, will sie jetzt auf der anderen Seite LNG-Terminals genau in dem Zeitraum nutzen, in dem wegen des fortschreitenden Klimawandels eine radikale Abkehr von den fossilen Brennstoffen nötig ist. Die Unterstützung der Minister Bernd Althusmann (CDU) und Olaf Lies (SPD) für ein vermeintliches Prestigeobjekt macht einmal mehr deutlich: Klimaschutz ist für die Landesregierung nur in Sonntagsreden wichtig, im Alltagshandeln hat Klimaschutz keinen Stellenwert.

Die bereits vorhandenen europäischen LNG-Terminals sind nicht einmal annähernd zur Hälfte ausgelastet, trotzdem wollen SPD und CDU Steuergelder in den Bau weiterer fossiler Infrastruktur stecken. Die Bundesregierung lässt sich – entgegen allen öffentlichen Bekundungen – eben doch von US-Präsident Trump erpressen und zementiert unter dem Deckmantel der Versorgungssicherheit für weitere Jahrzehnte unsere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern.

LNG kann schon jetzt ersetzt werden durch unsere heimische Wirtschaft durch die Produktion von klimaneutralem Bio-Methan aus organischen Abfällen, Schlempe und Strohabfällen – alles Made in Germany, dafür braucht es kein gefracktes LNG aus den USA. „Statt in fossile Infrastruktur zu investieren, sind Zukunftsinvestitionen erforderlich. Deutschland und Niedersachsen brauchen eine Forschungs- und Förderungs­initiative ‚Stromspeicher‘, damit endlich örtliche Überkapazitäten erneuerbarer Energien gespeichert und bei Lastspitzen eingespeist werden können“, so abschließend der Wittmunder Kreisvorstands­sprecher Dr. Arendt Hindriksen.

1)Fracking ist eine Methode zur Erzeugung, Weitung und Stabilisierung von Rissen im Gestein einer Lagerstätte im tiefen Untergrund mit dem Ziel, die Durchlässigkeit der Lagerstättengesteine zu erhöhen. Dadurch können darin befindliche Gase oder Flüssigkeiten leichter und beständiger zur Bohrung fließen und gewonnen werden.

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