Henkel und Heinks zur Energiewende

Grüne Wittmund: Kühlen Kopf bewahren auch in der Energiestrategie

In einer Pressemitteilung betont die Grüne Landtagskandidatin Nicole Henkel: „Wir müssen dringend weg vom Russischen Gas aus sicherheitspolitischen Gründen.

Und wir müssen dringend raus aus fossilen Energieträgern aus Klimaschutzgründen, die leider mit jedem weiteren Klimakrisenereignis bestätigt werden. Zeit, Ressourcen und Fachkräfte reichen nicht aus, um kurz- und mittelfristig russisches Gas durch einen Mix aus Erneuerbaren Energien zu ersetzen!“

Andrea Heinks, Kreisvorstandssprecherin der Grünen im Kreisverband Wittmund, äußerst sich zu Alternativen: „Wir brauchen deshalb übergangsweise einen Ausbau von Gasinfrastruktur, um die Abhängigkeit von russischem Gas, die über Jahrzehnte gefördert wurde, zu beenden. Das ist auch nötig, um die – von einigen schon geforderte- Laufzeit der Kohlekraftwerke nicht zu verlängern. Eine einfache Rechnung: Kohle hat in der Verbrennung den dreifachen CO2-Ausstoß gegenüber Gas.“

Nicole Henkel

Nicole Henkel, Landtagsdirektwahlkandidatin für den Wahlkreis Wittmund+ (Wahlkreis 87)

Aus diesen Gründen stimmen auch die Grünen einem begrenzten LNG Ausbau in Wilhelmshaven zu. Schwimmende LNG Terminals (eigentlich: Floating Storage and Regasification Units), Anlegerkopf und Gasleitungen bis Etzel seien ein Weg, die Speicher in Etzel zu füllen und einen wichtigen Beitrag zur Energiesicherheit zu leisten. Klar ist für die Grünen die zeitliche Begrenzung der LNG- Nutzung bis 2035 und die gleichzeitige Forcierung von Energieeinsparung, Ausbau der Erneuerbaren Energien und einer Wasserstoffinfrastruktur in unserer Region. „Sonst ist das 1,5- Grad Ziel des Pariser Klimaabkommens nicht zu halten.“ betont Heinks.

Den jetzt von der Landesregierung forcierten Ausbau von LNG Festterminals in Wilhelmshaven sehen die Grünen hingegen kritisch. Nachdem die Landesregierung über Jahre den Umstieg auf Photovoltaik und den Ausbau der Windkraft in allen Landesteilen (eben nicht nur an der Küste) vernachlässigt hat, soll nun ganz schnell eine fossile Struktur an der Küste aufgebaut werden. Wenn nun von regierenden Landespolitikern verkauft werde, dass diese Struktur auch ganz einfach im Anschluss für Grünen Wasserstoff genutzt werden könne, sei das Augenwischerei. Es könne lediglich an derselben Stelle nach Entsorgung der LNG-Einheiten eine Struktur aufgebaut werden, die für den Import von Grünem Wasserstoff geeignet sei.

Andrea Heinks

Andrea Heinks, Vorstandssprecherin des Grünen Kreisverbands Wittmund

Hierzu betont Andrea Heinks: „Wir Grünen setzen stattdessen auf das Prinzip der verbrauchsnahen Erzeugung von H2, das heißt die Elektrolysekapazitäten vor Ort in Niedersachsen müssen enorm gesteigert werden.“ Die Grüne Landtagsfraktion positioniert sich entsprechend: „Niedersachsen hat als windreiches Küstenland enormes Potential für den Aufbau einer erneuerbaren Energieversorgung aus Windkraft, aber auch die Sonnenenergie kann einen wertvollen Beitrag leisten. Ein hohes Erzeugungsniveau von Wind- und Sonnenstrom macht auch die Umwandlung von grünem Strom in Wasserstoff realistisch.“

Dazu finden jetzt erste Pilotprojekte statt (der Anzeiger für Harlingerland berichtete ausführlich). Abschließend weist Andrea Heinks darauf hin: „Da Wasserstoff vom Wirkungsgrad nicht wirklich effizient ist, muss unser Ziel sein, Wasserstoff nur dort einzusetzen, wo eine Elektrifizierung nicht den besseren Wirkungsgrad liefert. Also z.B. in Hochtemperaturprozessen der Stahl- und Chemieindustrie und im Flugverkehr. Die Frage stellt sich uns Grünen daher, ob auch zukünftig für die Wasserstoffimporte nicht Floating Units, Anlegerkopf, Leitungen und Kavernen ausreichen.“ Es müsse genau hingeschaut werden, ob die Schaffung einer festen Infrastruktur nicht sogar einer echten Energiewende bestehend aus Energieeinsparung und regionaler Energie- und Wärmeversorgung im Wege stehen.

Die Grünen im Landkreis Wittmund werden sich jedenfalls in enger Abstimmung mit den Grünen in Friesland und Wilhelmshaven und in vielen Gesprächen mit den beteiligten Industrieunternehmen dafür stark machen, dass die notwendige Unabhängigkeit von russischem Öl und Gas nicht unnötigerweise dem Klimaschutz zuwiderläuft!

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.

Verwandte Artikel